Nachglut
(2006)

großes Ensemble
Elektronik

11’

Nachglut ist auf Grundlage der Skizzen entstanden, die während der ersten Arbeitsphase des Internationalen Kompositionsseminars der Ensemble Modern Akademie im September 2006 geprobt wurden. Die Skizzen bestehen aus kurzen, unabhängigen und sehr dichten Formblöcken von unterschiedlichem Charakter.

Nachglut wird durch einen dieser Formteile gegliedert, der in immer kürzeren Abständen zwischen anderen Formteilen von jeweils unterschiedlichem Charakter wiederkehrt. Tonhöhen und Rhythmus des wiederkehrenden Formteils wurden mit algorithmischen Verfahren aus Obertonspektren konstruiert.

Gleich besetzte Instrumente, wie beispielsweise die beiden Klaviere, sind gegenüber aufgestellt, um durch naturgegebene minimale Unterschiede in Klang und Intonation einen schwebenden Raumklang zu erlangen.

Aufgabe der Live-Elektronik sind Tempo- und Tonhöhenmodulationen durch Aufnehmen und Wiedergabe der beiden Klaviere zu erzeugen. Die beiden Pianisten steuern die Zeitpunkte mit MIDI-Pedalen entlang der Partitur. Durch das Abspielen in unterschiedlicher Geschwindigkeit werden sprunghafte oder kontinuierliche Transpositionen und damit Tempowechsel erzeugt. Die Verhältnisse der Geschwindigkeiten zueinander entstammen Verhältnissen der natürlichen Obertonreihe.

Komposition und Live-Elektronik wurde mit den Programmen Mathematica, Open Music und Max/MSP entwickelt.

(Matthias Ockert 2007)
Auftragswerk für Internationales Ensemble Modern Kompositionsseminar

Nachglut wurde am 17.02.2007 vom Ensemble Modern unter der Leitung von Manuel Nawri im Haus der Deutschen Ensemble Akademie in Frankfurt am Main uraufgeführt.