haumea sonifikationen
(2018)

E-Gitarre
Elektronik

15’

I. Flüchtende Distanzen
II. Streifen
III. Schattengestalt
IV. Verwerfungen
V. Wechselwirkung

haumea sonifikationen basiert auf wissenschaftlichen Daten von Lichtkurven des Zwergplaneten Haumea. Dieser befindet sich jenseits des Neptuns im Kuipergürtel und ist nach der hawaiischen Fruchtbarkeitsgöttin benannt. Die Lichtkurven dieses sehr kalten und lichtschwachen Objektes entstammen aus Beobachtungen des Herschel Weltraumteleskopes.
Aus den Daten habe ich musikalisches Material für Elektronik und E-Gitarre geschaffen, das die Lichtkurven als klangliche Gestalt hörbar macht. Dabei habe ich den Lichtintensitätsverlauf über die Zeit unterschiedlich künstlerisch interpretiert: als Hüllkurven und Proportionen für Lautstärken, Raumpositionen, Filter, Delays und als Wellenform zur Klangsynthese. Ausserdem habe ich daraus Rhythmen, Tempobeziehungen, Dynamik, Tonhöhen, Klangfarbe und Dissonanzgrade von Akkorden abgeleitet.
Die Komposition ist ein interaktives, mit Controllern steuerbares Computerprogramm, das basierend auf den Lichtdaten Klänge aus synthetischen Modellen und aus teils live aufgenommenen Gitarrensamples erzeugt.
Zusammen mit einer modularen Notation für die E-Gitarre bildet es die Grundlage für eine improvisative Interaktion zwischen Mensch und astronomischen Daten.
Die fünf Teile der Komposition sind Varianten der klanglichen Gestalt der Lichtkurven von jeweils eigenem musikalischen Charakter.
UA bei
Konzertreihe „Sternbild: Mensch“
Klangforum Heidelberg, Ltg. Walter Nußbaum
Matthias Ockert - E-Gitarre und Elektronik
Haus der Astronomie Heidelberg 11/2018
haumea sonifikationen ist ein Kompositionsauftrag vom KlangForum Heidelberg e.V., gefördert durch die Klaus Tschira Stiftung und das Projekt TOR4 der BASF SE. Die Komposition basiert auf Lichtdaten aus der Beobachtung von Transneptunialen Objekten durch das Herschel Teleskop, bereitgestellt durch das Max-Planck-Institut Deutschland in Kooperation mit Dr. Miriam Rengel. (Credits: ESA/Herschel/PACS/MPS/MPE/Observatoire de Paris/“TNOs are Cool” Team)